Die Familienaufstellung/Systemaufstelllung hat ihren Ursprung aus der systemischen Familientherapie der 1970er Jahre, deren Begründerin Virginia Satir (1916-1988) ist. Sie hat die Skulpturarbeit entwickelt, als in einem ihrer Seminare die Familie nicht erschien und sie notgedrungen Stellvertreter aus dem Publikum auswählte. Das Ergebnis, wie treffsicher die Stellvertreter die Dynamik der Familie erkannte, veranlasste Frau Satir, diesen Bereich der Systemischen Familientherapie auszubauen. Die Familienskulptur gehört zur Standardausbildung von Familienberatern bzw. -therapeuten. Sie war eine der ersten, der nicht nur die Person betrachtete, die das Problem beschrieb, sondern auch das gesamte System, in der die Person lebte.

 

In der Systemischen Therapie geht man davon aus, dass Gefühle und Verhalten eines Menschen durch Regeln, Verhaltensmuster und Beziehungen innerhalb einer Familie geprägt sind. Die Familienaufstellung ist eine effektive Methode, um solche unbewussten familiäre Verstrickungen und Zusammenhänge sichtbar zu machen, fern von Bewertungen, Urteilen oder Schuldzuweisungen. Zwischenmenschliche Konflikte, Gefühle und Körperwahrnehmungen werden im Beziehungssystem erkannt, beleuchtet und verändert. Oftmals liegen die Ursachen der Konflikte über mehrere Generationen zurück.

 

Wo eine Familienaufstellung hilfreich sein oder zu neuen Erkenntnissen führen kann:

 

Im Allgemeinen kann eine Familienaufstellung eine neue Sichtweise der eigenen Familiengeschichte aufzeigen und zu einer Neubewertung schwieriger Verhaltens- und Beziehungsmuster führen. Daraus können neue, weniger problematische Bewertungsmuster und Verhaltensweisen abgeleitet und ausprobiert werden.

Eine Familienaufstellung hat gegenüber anderen Methoden den Vorteil, dass hier die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern bildlich dargestellt werden und dabei das ganze Familiensystem sichtbar gemacht wird. Da der Aufsteller die Figuren intuitiv im Raum aufstellt, werden oft Beziehungsmuster oder Konflikte aufgedeckt, die ihm vorher so nicht bewusst waren. Dabei werden häufig bei den Stellvertretern Gefühle und Reaktionen ausgelöst und verdeutlicht.

 

Der gesamte Prozeß der Aufstellungsarbeit ist häufig mit starken Emotionen verbunden – oftmals kommen aufgestaute Gefühle an die Oberfläche, zum Beispiel, wenn lang unterdrückte Trauer oder Schuldgefühle ausgesprochen werden, die der Aufsteller sich nicht traute, seinem Familienmitgliedern mitzuteilen. Vermutlich werden durch diese starken Eindrücke und Gefühle intensive und dauerhafte Veränderungen bewirkt.

Dennoch sollten die Aussagen von Stellvertreter als Hypothesen gewertet werden, die der Aufsteller als nützlich einschätzt, aber auch als nicht passend oder nicht nützlich verwerfen kann.

 

Der Behandler sollte die Autonomie des Aufstellers fördern und ihm stets die Entscheidung für eine Veränderung überlassen.

 

Die Systemaufstellung:

 

kann alle Systeme darstellen, wie Dorfgemeinschaften, Länder, Kontinente, Organisationen, Vereine und alle Systeme, in denen Menschen und Systeme miteinander in Verbindung sehen.

Es können Glaubenssätze, Krankheiten, Gefühle, Schwüre, Gelübde, Eide oder all das aufgestellt werden, wofür man eine Erklärung und Lösung haben möchte. 

 

Ich stelle frei, intuitiv und verdeckt auf. Wer lieber einen festgelegten und strukturierten Rahmen haben möchte oder eine Aufstellung nach Bert Hellinger wünscht, suche sich bitte einen entsprechenden anderen Aufstellungsort.